‚‚Made in Sicily‘‘ – Kulinarische Spezialitäten

Von der Möhre über die Pistazie bis hin zur Kirschtomate. Und Schokolade!

Wer an sizilianische kulinarische Erzeugnisse denkt, dem kommen zuerst die herrlichen Blutorangen oder die intensiv-gelben Zitronen in den Sinn. Tatsächlich sind Siziliens (land)wirtschaftliche Zugpferde jedoch zahlreicher als man denkt: insgesamt gibt es 30 Sorten typischer sizilianischer Erzeugnisse mit entweder geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.- auf Italienisch DOP) oder geschützter geografischer Angabe (g.g.A.- auf Italienisch IGP). Bei der ersten Bezeichnung bestimmen die spezifischen geografischen Verhältnisse, inklusive menschlicher Einflüsse, die Güte des Produkts. Bei der zweiten Bezeichnung erzeugt der geografische Ursprung eines Produkts seine bestimmte Qualität und seine Eigenschaften. Den geschützten Unikaten ist gemein, dass sie bestimmten Anforderungen an bestehende nationale und gemeinschaftliche Rechtsvorschriften unterliegen müssen.

  • Die im Großraum Ispica angebaute Möhre (Carota Novella di Ispica IGP) ist g.g.A. zertifiziert und wird im Zeitraum von Februar bis Juni geerntet. Reich an Karotin und im Besitz von antioxydativen Eigenschaften wird die Möhre lokal auch zu Kosmetikprodukten verarbeitet.
  • Der Großraum Pachino ist für den Anbau seiner ebenfalls g.g.A. zertifizierten Kirschtomaten (Pomodoro Pachino IGP) bekannt. Die kleinen roten Tomaten mit ihrem charakteristischen süßen Geschmack wachsen unter hervorragen klimatischen Bedingungen: hohe Temperaturen und die im Jahresdurchschnitt größte globale Sonneneinstrahlung auf dem europäischen Kontinent.

Kirschtomaten – Foto Wikimedia Commons/Luigi Chiesa

  • Die g.U. zertifizierte grüne Pistazie aus Bronte (Pistacchio Verde di Bronte DOP) wächst nur an den Hängen des Vulkans Ätna. Ihr Ursprung verleiht ihr deshalb auch den Namen des ‚‚grünen Golds des Ätnas‘‘.

Pistazien aus Bronte – Foto Wikimedia Commons/Paolo Galli

  • Das durch das g.g.A-Siegel geschützte Meersalz von Trapani (Sale di Trapani IGP) wird in den antiken und pittoresken Salinen im Naturschutzgebiet von Trapani gewonnen. Drei Elemente braucht man dazu: Meerwasser, Sonne und Wind. Es wird im Juli und August aus den Becken entnommen und zeichnet sich besonders durch seinen höheren Anteil an Kalium, Magnesium und seinen kleineren Anteil an Natriumchlorid aus.

  • Weitere zertifizierte Qualitätsprodukte umfassen die bekannten roten Orangen, Zitronen, Pfirsiche, Weintrauben, Birnen, Kaktusfeigen, Kirschen, die Käsesorten Ragusano DOP, Pecorino Siciliano DOP, Piacentinu Ennese DOP, Vastedda della Valle del Belice DOP, die Kapern von Pantelleria Cappero di Pantelleria IGP, die Salami Salame di Sant’Angelo IGP, das Brot Pagnotta del Dittaino DOP und das duftende sizilianische Olivenöl.

Olivenhain

  • Der im Jahr 2017 eingereichte Antrag der letzten der 30 geschützten Sorten, d.h. der berühmten Schokolade aus Modica, wurde im Oktober 2018 von der EU angenommen. Die ehemals festtägliche Nachspeise der Adelsfamilien zeichnet sich durch einen hohen Kakaogehalt und die Präsenz ganzer Zuckerkristalle aus, die während der Verarbeitung bei 40°C intakt geblieben und nicht geschmolzen sind. Gewürze  wie Zimt, Vanille, Ingwer, Chili, gemahlene Mandeln oder Nüsse oder geriebene Schalen von Zitrusfrüchten verleihen der körnigen Schokolade ihren besonderen Geschmack und machen sie zu einem wahren Unikat mit nun geschützter Herkunftsangabe.
    Schokolade aus Modica
    Schokolade aus Modica – Foto Wikimedia Commons/ Mussklprozz

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