‚‚Made in Sicily‘‘ – Mode und Kunsthandwerk

Italienische Mode und kunstvolles Handwerk mit sizilianischem Feuer

Hohe Schneiderkunst, Spitze, Keramik, Puppen und Karren sind Inbegriffe der sizilianischen Schneider- und Handwerkskunst. Kultur und Folklore mischen sich mit Kreativität und Leidenschaft und erschaffen Unikate, die Ausdruck reinster Exzellenz sind.

Mode ist eines der wenigen Dinge, die Menschen zum Träumen bringen können. Sie ist der Spiegel des Augenblicks, aber auch der des Menschen, der sie macht. Und für mich und Domenico spricht dieser Moment von Liebe, von Schönheit. Wir sind was wir sind, ein Konzentrat aus Kultur und Exzellenz.

Hohe Schneiderkunst

Inbegriff für die sizilianische Alta Moda oder Hohe Schneiderkunst ist das weltberühmte italienische Modehaus Dolce&Gabbana.

Dolce&Gabbana Boutique

Seit 1985 entwerfen der gebürtige Sizilianer Domenico Dolce und der Mailänder Stefano Gabbana luxuriöse Prêt-à-porter-Mode, seit 2012 handgefertigte Couture-Mode für Damen im obersten Preissegment und seit 2015 Herrenmode der Alta Sartoria, der Maßschneiderei für Männer. Wie keine andere Modemarke verkörpert Dolce&Gabbana italienische Mode mit sizilianischem Lebensgefühl.

Besessen von Details, Schnitten, Silhouetten, Drucken und Schmuck, schließt das Designerduo in jedem seiner Kleidungsstücke ein Stück von der Seele Siziliens mit ein, in der Tradition und Gefühl, Familie und Kirche, Schönheit und Einzigartigkeit eine zentrale Rolle spielen.

Spitze und Stickerei

Es gibt nichts Reineres als weiße Spitze. Von Königin Victoria für ihren Schleier gewählt, wird weiße Spitze in Hochzeitskleidern vielfältig eingesetzt. Früher nur von der Aristokratie getragen, erfreuen sich Spitze und Häkelwaren nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Bis zum 18 Jahrhundert wurde Spitze in Italien von beiden Geschlechtern getragen, ab dem 19. Jahrhundert ausschließlich von Frauen.

Domenico Dolce und Stefano Gabbana verzichten nie auf sie in ihren Kollektionen. Von 20 sind die Schneiderinnen allein für die Alta Moda-Sparte in wenigen Jahren auf 120 gewachsen, die teilweise Monate an den opulenten Kunstwerken sitzen, sticken, häkeln und nähen. Stunden und Stunden an aufwendiger Kleinstarbeit.

Nicht nur Dolce & Gabbana, sondern auch junge sizilianische Modemacher wissen um die Bedeutung handgefertigter Mode. Lokale Stickerinnen fertigen Brautkleider und Kleidungsstücke mit von Hand gefertigter Spitze. Das Lieblingsstück von Fabrizio Minardo, aufstrebender Modeschöpfer aus Ragusa, ist ein Brautkleid mit lokaler Spitze, bestickt mit Koralle aus Sciacca und mit einem silbernen Gelübdeamulett, das Leidenschaft verkörpern soll. Ragusa ist auch der Ort, wo lo sfilato siciliano seinen Ursprung hat. Ende des 14. Jahrhunderts hat sich vor allem in Ragusa die kostbare sizilianische Stickerei im maurischen Stil entwickelt. In verschiedenen sizilianischen Stickereischulen wird auch heute noch diese traditionsreiche Kunst gelehrt.

Die Sciacca-Koralle

Die Sciacca-Koralle wurde 1875 von einigen Fischern auf dem Meeresboden vor der gleichnamigen sizilianischen Stadt an den Hängen eines unterseeischen Vulkans entdeckt. 1831 kam die Vulkaninsel mit dem Namen Ferdinandea an die Wasseroberfläche, nur um ein Jahr später wieder im Wasser zu verschwinden. Die Farbe der Sciacca-Koralle reicht von intensivem Orange bis zu Lachs- blassrosa, gemustert mit bräunlichen und manchmal schwarzen Flecken, die Zeugen des vulkanischen Ursprungs sind.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Sciacca ein regelrechtes Korallenfieber und das kostbare fossile Material wurde geplündert. Um die Identität und Geschichte der Sciacca-Koralle zu bewahren schlossen sich 2012 fünf auf die Verarbeitung dieses Edelsteines spezialisierte Unternehmen zu einem Konsortium zusammen, das den sorgfältig verarbeiteten Korallenschmuck mittlerweile in die ganze Welt exportiert. (Quelle: Il Sole 24 Ore)

Keramik

Wer nach Sizilien reist und ein Gespür für Kunsthandwerk besitzt, kann sich dem Zauber der stilvoll bemalten Keramiken nicht entziehen.

Treppe mit Keramikfliesen

3 Städte stellen das Zentrum der Keramikproduktion dar, in denen sich auch die wichtigsten Keramikschulen befinden: Santo Stefano di Camastra, Caltagirone und Sciacca. In allen 3 Städten unterscheiden sich die Keramiken sowohl im Stil, als auch in der Dekoration und in den Farben.

Das Keramikkunsthandwerk ist das älteste und auch das bedeutendste auf Sizilien. Bereits in der Jungsteinzeit wurden Gläser, Obstschalen und große sanduhrförmige Amphoren aus Keramik benutzt, welche das Vorhandensein erster menschlicher Siedlungen in Noto, Milazzo, Catania und Palermo bezeugen. Im Laufe der Zeit und durch den kulturellen Einfluss der verschiedenen Eroberer Siziliens veränderten sich zwar verschieden Aspekte der Keramikherstellung, wie Techniken und Aussehen.

Der sizilianische Kern der Keramik, sprich der Einsatz von Erde, Feuer und Wasser, ist jedoch über Jahrhunderte hinweg der gleiche geblieben.
►Keramik und ein Eifersuchtsdrama!

Sizilianische Puppen

Die Tradition des Marionettentheaters, l´Opera dei Pupi, geht in Sizilien bis auf das 17. Jahrhundert zurück. Umherziehende Puppenspieler und fahrende Sänger, die Cantastorie, erzählten Geschichten über Helden, Eroberer, Königs- und Tyrannenmorde, Rache und Edelmut. Die Jahrtausendalte Geschichte Siziliens wurde so am Leben erhalten und weitererzählt.

Ritterpuppe

Die Puppen können bis zu 1,30 m groß und 35 kg schwer sein. Unterschieden wird zwischen dem palermitanischen und dem catanesischen Marionettentheater. Während beim ersteren die Puppen kleiner und leichter sind, und die Theater- und Unterhaltungskonzeption stilisierter und elementarer ist, sind beim zweiten Typ die Puppen nicht nur schwerer, sondern die Aufführungen auch realistischer, sentimentaler und tragischer konzipiert. Aufführungen können heute noch in verschiedenen Theatern und Museen in Palermo, Catania, Messina und Syrakus bestaunt werden.

Sizilianische Karren

Wer an sizilianische Folklore denkt, dem kommt zwangsläufig der mit aufwendigen Schnitzereien und Gemälden verzierte carrettu sicilianu in den Sinn. Das beliebte Transportmittel von Erde, Weizen, Holz und Wein, das von den Griechen eingeführt und Ende des 18. Jahrhunderts durch die Tradition der kunstvollen Bemalung bereichert wurde, wird heutzutage nur noch zu besonderen Anlässen, wie etwa bei Volksfesten verwendet. Je nach Region unterscheidet sich der carrettu nach Struktur und Bemalung. Charakteristisch ist jedoch, dass dieses einfache Transportmittel in einen Kunstgegenstand verwandelt wurde, welcher epische, historische und literarische Episoden in aufwendiger Form nacherzählt. Die Geschirre der vor den Wagen gespannten Pferde und das Gefieder sind farblich und motivisch auf die Bemalungen abgestimmt. Und natürlich, wir sind in Sizilien, besaß der Karren, neben dem Transport, auch die Funktion des Statussymbols, sollte potentielle Käufer anziehen und Böses abwehren.

►Zu den kulinarischen Spezialitäten!

Sizilianischer Karren – Foto Wikiedia Commons/Filippo Piazza

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